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Aufgeschobene Pensionierung

Von Gesetzes wegen werden Frauen heute mit 64 und Männer mit 65 Jahren pensioniert. Immer wieder arbeiten versicherte Personen über dieses gesetzliche Pensionsalter hinaus. Sie schieben ihre Pensionierung auf, äufnen weiter ihr Altersguthaben und kommen später in den Genuss eines höheren Umwandlungssatzes. Das ist aber noch nicht lange so.

Vgl. Hürzeler, Marc: Berufliche Vorsorge, 1. Aufl, Luzern/Basel, S. 155.
Vgl. Hürzeler, Marc: Berufliche Vorsorge, 1. Aufl, Luzern/Basel, S. 154.
Art. 13 Abs. 2 BVG.
Art. 33b BVG.
Art. 33b BVG.
Vgl. Hürzeler, Marc: Berufliche Vorsorge, 1. Aufl, Luzern/Basel, S. 154.
Vgl. Stauffer, Hans-Ulrich: Berufliche Vorsorge, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf, Rz. 883.
Vgl. Hürzeler, Marc: Berufliche Vorsorge, 1. Aufl, Luzern/Basel, S. 154.
Vgl. Hürzeler, Marc: Berufliche Vorsorge, 1. Aufl, Luzern/Basel, S. 154.
Vgl. Stauffer, Hans-Ulrich: Berufliche Vorsorge, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf, Rz. 883.

Vorzeitige, ordentliche und aufgeschobene Pensionierung

Das ordentliche beziehungsweise gesetzliche Pensionierungsalter liegt für Frauen bei 64 Jahren und für Männer bei 65 Jahren. Das Rücktrittsalter kann jedoch flexibel gestaltet werden, wenn die Vorsorgeeinrichtung über entsprechende reglementarische Grundlagen verfügt. Neben einer vorzeitigen Pensionierung ist es auch zulässig, länger als vom Gesetzgeber vorgesehen zu arbeiten. Das wird aufgeschobene Pensionierung genannt. Die versicherte Person kann im Rahmen der aufgeschobenen Pensionierung verlangen, dass ihre Vorsorge bis zum Ende ihrer Erwerbstätigkeit, längstens aber bis zur Vollendung des 70. Altersjahres, weitergeführt wird. Die versicherte Person kann jedoch nicht gezwungen werden, über das reglementarische Pensionsalter hinaus zu arbeiten.

Bei der aufgeschobenen Pensionierung arbeitet die versicherte Person über das ordentliche Pensionierungsalter hinaus beim selben Arbeitgeber und bleibt in der Regel weiter beitragspflichtig, weil der Rentenbeginn aufgeschoben wird. Es handelt sich dabei um eine überobligatorische Ausdehnung der Beitragszeit, auf die jedoch nur ein Anspruch besteht, wenn in der Vorsorgeeinrichtung eine entsprechende reglementarische Grundlage vorhanden ist. Die Vorsorgeeinrichtung kann auch vorsehen, dass die Weiterversicherung ohne weitere Beitragszahlung weitergeführt wird. Für die versicherte Person bedeutet dies, dass das Altersguthaben nur durch die Verzinsung anstatt durch weitere Beitragszahlungen geäufnet wird. In den Genuss eines erhöhten Umwandlungssatzes** kommt sie allemal.

Die Altersgutschriften im Rahmen der aufgeschobenen Pensionierung gehören zur weitergehenden Vorsorge, da die obligatorische Vorsorge mit Erreichen des ordentlichen Pensionierungsalters von 64 Jahren für Frauen und 65 Jahren für Männer endet.

Durch die Weiteräufnung des Altersguthabens bis zur aufgeschobenen Pensionierung und den verkürzten Rentenbezug steht ein höheres Altersguthaben für eine kürzere Zeitspanne zur Verfügung. Der Gesetzgeber hat deshalb bestimmt, dass der Rentenumwandlungssatz entsprechend erhöht wird, so dass Versicherte, die über das ordentliche Pensionierungsalter hinaus gearbeitet und die Vorsorge weitergeführt haben, eine höhere monatliche Altersrente erhalten.

Invalidität bei aufgeschobener Pensionierung?

Wenn sich eine versicherte Person, die über das ordentliche Pensionierungsalter hinaus erwerbstätig ist und ihre Vorsorge aufgeschoben hat, aus gesundheitlichen Gründen aus dem Erwerbsleben zurückzieht, werden keine Invalidenleistungen der Vorsorgeeinrichtung fällig, sondern Altersleistungen. Regelmässig wird reglementarisch vorgesehen, dass bei Invalidität die Altersrente, bemessen nach dem dannzumaligen Altersguthaben, fällig wird. Wenn die versicherte Person stirbt, werden die Hinterlassenenleistungen an die Hinterbliebenen ausgerichtet, ebenfalls bemessen ab dem vorhandenen Altersguthaben.

Fragen und antworten

Teilpensionierungen sind im Gesetz nicht vorgesehen. In der Praxis sind Teilpensionierungen jedoch anerkannt. Bedingung für eine Teilpensionierung wie auch die aufgeschobene Pensionierung ist eine entsprechende reglementarische Grundlage. Bei einer Teilpensionierung verwirklicht sich das sogenannte Altersrisiko mit jedem Teilpensionierungsschritt nur im entsprechenden Umfang. Der Anspruch auf die Altersleistungen berechnet sich jeweils anhand der im Zeitpunkt des betreffenden Teilpensionierungsschritts geltenden Berechnungsgrundlagen.

Die versicherte Person kann ihre Vorsorge bis zum Ende ihrer Erwerbstätigkeit weiterführen, maximal bis zur Vollendung des 70. Altersjahres. Damit die Pensionierung aufgeschoben werden kann, bedarf es einer reglementarischen Grundlage. Zudem muss die versicherte Person bereits vor Erreichen des ordentlichen Pensionsalters bei der betreffenden Vorsorgeeinrichtung versichert gewesen sein. Ein Eintritt erst nach Erreichen des ordentlichen Pensionsalters ist nicht möglich.

Die aufgeschobene Pensionierung gehört zur weitergehenden Vorsorge. Das bedeutet, dass das Reglement der Vorsorgeeinrichtung bestimmt, zu welchen Bedingungen die Pensionierung aufgeschoben werden kann. Üblicherweise wird die aufgeschobene Pensionierung mit der Weiteräufnung des Altersguthabens durch eine paritätische Beitragspflicht des Arbeitnehmers und des Arbeitgebers einhergehen. Es wird aber auch als zulässig erachtet, von einer Beitragspflicht abzusehen, so dass das Altersguthaben lediglich durch die Gutschrift von Zinsen weitergeäufnet wird bis zur Beendigung der Erwerbstätigkeit.

Durch die Weiterführung der Vorsorge über das gesetzliche Minimum heraus wächst das Altersguthaben weiter an. Es steht somit mehr Geld für die Berentung bereit. Da das Altersguthaben für eine kürzere Rentendauer wie gesetzlich vorgesehen reichen muss, wird der Umwandlungssatz zudem erhöht. Dadurch erhöht sich die Altersrente weiter. Die aufgeschobene Pensionierung hat somit für die versicherte Person eine doppelte positive Wirkung: Ein höheres Altersguthaben wird mit einem höheren Rentenumwandlungssatz in eine Altersrente umgerechnet, es resultiert eine höhere Altersrente.

Grundlagen

Gesetze

Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge
Art. 13 - Leistungsanspruch
Art. 33b - Erwerbstätigkeit nach dem ordentlichen Rentenalter

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