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Finanzierungssysteme

Im Sozialversicherungsbereich gibt es verschiedene Systeme zur Finanzierung der Leistungen. In der AHV/IV gilt das sogenannte Umlageverfahren, während in der beruflichen Vorsorge das Kapitaldeckungsverfahren Anwendung findet. Weiter gibt es das Rentenwertdeckungsverfahren und das Bedarfsdeckungsverfahren.

Brenner, Andreas: Die allgemeinen Gestaltungsprinzipien des Sozialversicherungsrechts, S. 74, in: Meyer, Ulrich; Gächter, Thomas (Hrsg.): Schriften des Sozialversicherungsrechts. Zürich 2020, S. 61 ff.
Hürzeler, Marc: Berufliche Vorsorge. Ein Grundriss für Studium und Praxis. Basel 2020, S. 412.
Stauffer, Hans-Ulrich: Berufliche Vorsorge. Zürich 2019, N 437 f.
Foster, Peter: N 10.1, in: Steiger-Sackmann, Sabine; Mosimann, Hans-Jakob (Hrsg.): Handbücher für die Anwaltspraxis, Band 11, Recht der Sozialen Sicherheit, Basel 2014.
BGE 142 V 129 E. 6.2; Brenner, Andreas: Die allgemeinen Gestaltungsprinzipien des Sozialversicherungsrechts, S. 77, in: Meyer, Ulrich; Gächter, Thomas (Hrsg.): Schriften des Sozialversicherungsrechts, Zürich 2020, S. 61 ff.
Brenner, Andreas: Die allgemeinen Gestaltungsprinzipien des Sozialversicherungsrechts, S. 74, in: Meyer, Ulrich; Gächter, Thomas (Hrsg.): Schriften des Sozialversicherungsrechts, Zürich 2020, S. 61 ff.
Stauffer, Hans-Ulrich: Berufliche Vorsorge, Zürich 2019, N 438.
Brenner, Andreas: Die allgemeinen Gestaltungsprinzipien des Sozialversicherungsrechts, S. 74, in: Meyer, Ulrich; Gächter, Thomas (Hrsg.): Schriften des Sozialversicherungsrechts, Zürich 2020, S. 61 ff.
Brenner, Andreas: Die allgemeinen Gestaltungsprinzipien des Sozialversicherungsrechts, S. 74, in: Meyer, Ulrich; Gächter, Thomas (Hrsg.): Schriften des Sozialversicherungsrechts, Zürich 2020, S. 61 ff.
Hürzeler, Marc: Berufliche Vorsorge, Ein Grundriss für Studium und Praxis, Basel 2020, S. 412.
Stauffer, Hans-Ulrich: Berufliche Vorsorge, Zürich 2019, N 437.
Hürzeler, Marc: Berufliche Vorsorge. Ein Grundriss für Studium und Praxis, Basel 2020, S. 412.
Art. 15 Abs. 1 lit. a BVG.
Art. 90 Abs. 2 UVG.
BGE 142 V 129 E. 6.3.1.
BGE 142 V 129 E. 6.3.1.
Bloch-Riemer, Ruth: N 11 zu Art. 65 BVG, in: Hürzeler, Marc; Stauffer, Hans-Ulrich (Hrsg.): Basler Kommentar, Berufliche Vorsorge, Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge, Freizügigkeitsgesetz, einschlägige Bestimmungen aus BV, ATSG, OR, ZGB, IPRG, ZPO, FusG, VVG, VAG, DBG, StHG, Covid-19-Gesetz und ausgewählte Staatsverträge, Basel 2021.
Brenner, Andreas: Die allgemeinen Gestaltungsprinzipien des Sozialversicherungsrechts, S. 77, in: Meyer, Ulrich; Gächter, Thomas (Hrsg.): Schriften des Sozialversicherungsrechts, Zürich 2020, S. 61 ff.
Läubli Ziegler, Sylvia: N 7 zu Art. 90 UVG, in: Frésard-Fellay, Ghislaine; Leuzinger, Susanne; Pärli, Kurt (Hrsg.): Basler Kommentar, Unfallversicherungsgesetz, Basel 2019.
Art. 90 Abs. 1 UVG.

Finanzierungssysteme

In den Sozialversicherungen gibt es verschiedene Systeme zur Finanzierung der Leistungen. Einerseits gibt es das Umlageverfahren und andererseits das Kapitaldeckungsverfahren. Weiter gibt es das Rentenwertdeckungsverfahren und das Bedarfsdeckungsverfahren.

Umlageverfahren

Beim Umlageverfahren werden die laufenden Auslagen durch die laufenden Einnahmen gedeckt. Vereinfacht gesagt bedeutet dies, dass die aktuell beitragspflichtigen Versicherten sowie deren Arbeitgeber die Renten der aktuellen Rentner finanzieren. Die Einnahmen eines bestimmten Rechnungsjahrs dienen grundsätzlich zur Deckung der Versicherungsausgaben im gleichen Jahr (Ausgabenumlageverfahren). Es wird also – im Gegensatz zum Kapitaldeckungsverfahren – kein Kapital geäufnet. Immerhin verfügen die im Umlageverfahren finanzierten Sozialversicherungswerke über eine Schwankungsreserve in der Grössenordnung einer halben (EO) bis einer ganzen Jahresausgabe (AHV bzw. IV). Dieses Finanzierungssystem ist stark von vom demografischen Wandel der Bevölkerung abhängig, da die Beitragshöhe je nach dem, wie viele beitragspflichtige Versicherte einen Rentner tragen, variieren kann, sofern die Leistungen gleich hoch bleiben soll. Das Umlageverfahren setzt dabei eine gewisse Beständigkeit der Versicherung bzw. des Versicherungsbestands voraus.

Das Umlageverfahren kommt unter anderem in der AHV und in der IV zur Anwendung.

Kapitaldeckungsverfahren

Anders als im Umlageverfahren wird im Kapitaldeckungsverfahren von jeder versicherten Person ein individuelles Sparguthaben als Altersguthaben geäufnet. Dies bedeutet, dass jede versicherte Person ihre späteren Leistungen selber finanziert und das dafür benötigte Kapital selber anspart.

Das Kapitaldeckungsverfahren findet in der beruflichen Vorsorge Anwendung. In der 2. Säule spart jede versicherte Person ihr eigenes Altersguthaben an, das aus den Altersgutschriften sowie aus den Zinsen besteht.

Weiter findet das Kapitaldeckungsverfahren auch in der Unfallversicherung Anwendung, und zwar zur Finanzierung der Invaliden- und Hinterlassenenrenten, sowie bei den Hilflosenentschädigungen, sobald diese festgesetzt sind.

Rentenwertdeckungsverfahren

Im Gegensatz zum Kapitaldeckungsverfahren findet beim Rentenwertdeckungsverfahren keine Vorfinanzierung statt, sondern es wird die jährliche Finanzierung so festgelegt, dass das für die in der laufenden Periode eingetretenen Vorsorgefälle benötigte Deckungskapital bereitgestellt werden kann. Sobald somit ein Vorsorgefall eintritt, wird das benötigte Deckungskapital, das zur Deckung der Leistungen benötigt wird, gebildet.

Das Rentenwertdeckungsverfahren kommt für die Risikoleistungen in der beruflichen Vorsorge, sprich für Invaliditäts- und vor dem Rücktrittsalter der versicherten Person eingetretene Hinterlassenenleistungen zur Anwendung.

Bedarfsdeckungsverfahren

Ein weiteres Finanzierungssystem ist das Bedarfsdeckungsverfahren, gemäss dem sämtlicher Finanzierungsbedarf mit den eingehenden Prämien des gleichen Jahres gedeckt werden. Die Bemessung der Prämien hat demnach so zu erfolgen, dass durch sie sämtliche Ausgaben für einen im Versicherungsjahr eingetreten Unfall gedeckt werden können.

Das Bedarfsdeckungsverfahren kommt in der Unfallversicherung zur Finanzierung der Taggelder, der Kosten für die Heilbehandlung, der übrigen kurzfristigen Versicherungsleistungen und der Invaliden- sowie Hinterlassenenrenten zur Anwendung.

Fragen und antworten

In der AHV kommt das Umlageverfahren zur Anwendung, was bedeutet, dass die laufenden Ausgaben durch die laufenden Einnahmen gedeckt werden.

Die berufliche Vorsorge beruht auf dem Kapitaldeckungsverfahren, bei dem jede versicherte Person sich ihr eigenes Altersguthaben anspart.

Beim Umlageverfahren finanziert die jüngere, erwerbstätige Generation die ältere, pensioniert Generation, während beim Kapitaldeckungsverfahren jede Generation ihre eigenen Leistungen finanziert.

Grundlagen

Gesetze

Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge
Art. 65 - Grundsatz
Bundesgesetz über die Unfallversicherung
Art. 90 - Finanzierung der kurzfristigen Leistungen und der Renten

Rechtsprechungen

BGE 142 V 129

Kapitaldeckungsverfahren

Wird ein Arbeitsverhältnis aufgelöst, tritt eine versicherte Person aus der Vorsorgeeinrichtung ihres Arbeitgebers aus. Die Versicherten haben in diesem Fall Anspruch auf eine Austrittsleistung. Für die Barwertbestimmung einer Austrittsleistung gemäss Freizügigkeitsgesetz ist entscheidend, ob Leistungen nach dem Kapitaldeckungsverfahren finanziert wurden, da Leistungen, die nicht nach dem Kapitaldeckungsverfahren finanziert werden, für die Barwertbestimmung der Austrittsleistung keine Berücksichtigung finden.

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