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Invaliditätsgrad

Der Invaliditätsgrad wird dadurch bestimmt, dass man das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und Durchführung der entsprechenden Behandlungen und Massnahmen auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt erzielen könnte, mit dem Erwerbseinkommen, das die versicherte Person ohne Invalidität erzielen könnte, in ein Verhältnis setzt.

Art. 16 ATSG i.V.m. Art. 28 Abs, 2 IVG.
Art. 28 Abs. 2 IVG.
Art. 28 abs. 2 IVG.
Informationsstelle AHV/IV in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sozialversicherungen, Invalidenrenten der IV, Merkblatt 4.04 Leistungen der IV, S. 4, Stand 1. Januar 2021, "https://www.ahv-iv.ch/p/4.04.d" (zuletzt abgerufen am: 13.03.2021).
Informationsstelle AHV/IV in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sozialversicherungen, Invalidenrenten der IV, Merkblatt 4.04 Leistungen der IV, S. 6, Stand 1. Januar 2021, "https://www.ahv-iv.ch/p/4.04.d" (zuletzt abgerufen am: 14.03.2021).
Art. 28 Abs. 2 IVG.
Art. 28 Abs. 2 IVG.
Art. 28 Abs. 2 IVG.
Frey, Christoph; Lang, Nathalie: Art. 16 ATSG, N 7, in: Frésard-Fellay, Ghislaine; Klett, Barbara; Leuzinger, Susanne: (Hrsg.), Basler Kommentar, Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, Basel 2020.
BGer, 20. Dezember 2017, 8C_429/2017 E. 2.3.
BGer, 20. Dezember 2017, 8C_429/2017 E. 2.3.
Frey, Christoph; Lang, Nathalie: Art. 16 ATSG, N 7, in: Frésard-Fellay, Ghislaine; Klett, Barbara; Leuzinger, Susanne: (Hrsg.), Basler Kommentar, Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, Basel 2020.
Art. 16 ATSG.
Frey, Christoph; Lang, Nathalie: Art. 16 ATSG, N 9, in: Frésard-Fellay, Ghislaine; Klett, Barbara; Leuzinger, Susanne: (Hrsg.), Basler Kommentar, Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, Basel 2020.
Art. 25 Abs. 1 IVV.
Kieser, Ueli (Hrsg.): Art. 16 ATSG, N 10, in: Schulthess Kommentar, Kommentar zum Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts ATSG, 4. Aufl., Zürich 2020.
BGE 130 V 121 E. 3.2.
Frey, Christoph; Lang, Nathalie: Art. 16 ATSG, N 19, in: Frésard-Fellay, Ghislaine; Klett, Barbara; Leuzinger, Susanne: (Hrsg.), Basler Kommentar, Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, Basel 2020.
Art. 28a Abs. 2 IVG.
Art. 27 Abs. 1 IVV.
Art. 26bis IVV.
Kieser, Ueli (Hrsg.): Art. 16 ATSG, N 111, in: Schulthess Kommentar, Kommentar zum Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts ATSG, 4. Aufl., Zürich 2020.
Frey, Christoph; Lang, Nathalie: Art. 16 ATSG, N 24, in: Frésard-Fellay, Ghislaine; Klett, Barbara; Leuzinger, Susanne: (Hrsg.), Basler Kommentar, Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, Basel 2020.
Frey, Christoph; Lang, Nathalie: Art. 16 ATSG, N 25, in: Frésard-Fellay, Ghislaine; Klett, Barbara; Leuzinger, Susanne: (Hrsg.), Basler Kommentar, Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, Basel 2020.
Art. 27bis Abs. 2 IVV; Frey Félic, Mosimann Hans-Jakob, Bollinger Susanne (Hrsg.), Art. 28a IVG N 7, in: OFK, AHVG/IVG Kommentar, Bundesgesetze über die Alters- und Hinterlassenenversicherung, die Invalidenversicherung und den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) mit weiteren Erlassen, Zürich 2018.
Art. 28a Abs. 3 IVG.
Art. 27bis Abs. 3 lit. a IVV.
Frey, Christoph; Lang, Nathalie: Art. 16 ATSG, N 27, in: Frésard-Fellay, Ghislaine; Klett, Barbara; Leuzinger, Susanne: (Hrsg.), Basler Kommentar, Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, Basel 2020.
Kieser, Ueli (Hrsg.): Art. 16 ATSG, N 123, in: Schulthess Kommentar, Kommentar zum Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts ATSG, 4. Aufl., Zürich 2020.
Kieser, Ueli (Hrsg.): Art. 16 ATSG, N 124, in: Schulthess Kommentar, Kommentar zum Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts ATSG, 4. Aufl., Zürich 2020.
Kieser, Ueli (Hrsg.): Art. 16 ATSG, N 26, in: Schulthess Kommentar, Kommentar zum Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts ATSG, 4. Aufl., Zürich 2020.
BGer, 07. Oktober 2009, 9C_236/2009 E. 3.4.
Die Invaliditätsbemessung in der Invalidenversicherung bei Teilerwerbstätigkeit, Bericht des Bundesrates in Erfüllung des Postulates Jans (12.3960 «Schlechterstellung von Teilerwerbstätigen in der Invalidenversicherung») vom 28. September 2012, S. 12, Stand 1. Juli 2015, "https://www.newsd.admin.ch/newsd/message/attachments/40281.pdf" (zuletzt abgerufen am: 14.03.2021).
Die Invaliditätsbemessung in der Invalidenversicherung bei Teilerwerbstätigkeit, Bericht des Bundesrates in Erfüllung des Postulates Jans (12.3960 «Schlechterstellung von Teilerwerbstätigen in der Invalidenversicherung») vom 28. September 2012, S. 12, Stand 1. Juli 2015, "https://www.newsd.admin.ch/newsd/message/attachments/40281.pdf" (zuletzt abgerufen am: 14.03.2021).

Frey, Christoph; Lang, Nathalie: Art. 16 ATSG, N 19, in: Frésard-Fellay, Ghislaine; Klett, Barbara; Leuzinger, Susanne: (Hrsg.), Basler Kommentar, Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, Basel 2020.

Art. 28a Abs. 2 IVG.

Art. 27 Abs. 1 IVV.

Art. 26bis IVV.

Kieser, Ueli (Hrsg.): Art. 16 ATSG, N 111, in: Schulthess Kommentar, Kommentar zum Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts ATSG, 4. Aufl., Zürich 2020.

Einführung

Die Höhe des Rentenanspruchs einer versicherten Person ist von ihrem Invaliditätsgrad abhängig. Dabei gibt es vier Abstufungen des Invaliditätsgrades. Für einen Rentenanspruch muss jedoch mindestens ein Invaliditätsgrad von 40 % vorliegen. Mit anderen Worten ist der Invaliditätsgrad somit einerseits entscheidend dafür, ob eine versicherte Person überhaupt eine Invalidenrente bekommt, und andererseits, wie hoch diese Invalidenrente sein wird. Der Invaliditätsgrad wird dabei in Prozenten ausgedrückt.

Für die Ermittlung des Invaliditätsgrads kommen verschiedene Bemessungsmethoden zur Anwendung: Der Einkommensvergleich, die gemischte Methode, der Betätigungsvergleich und die ausserordentliche Methode. Welche Methode zur Anwendung kommt, lässt sich mit der sogenannten Statusfrage beantworten, die danach fragt, ob eine versicherte Person Vollzeit oder Teilzeit arbeitet oder nichterwerbstätig ist.

Für die Statusfrage entscheidend ist, wie die versicherte Person erwerbstätig wäre, wenn der Gesundheitsschaden nicht eingetreten wäre.

Einkommensvergleich

Wäre die versicherte Person ohne den eingetretenen Gesundheitsschaden 100 % (Vollzeit) erwerbstätig, kommt die Bemessungsmethode des Einkommensvergleichs zur Anwendung.

Bei dieser Methode wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung von medizinischen Behandlungen sowie allfälligen Eingliederungsmassnahmen auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt erzielen könnte, mit jenem Einkommen in ein Verhältnis gesetzt, das die versicherte Person ohne die eingetretene Invalidität erzielen würde. Einfach gesagt, wird das Einkommen ohne Gesundheitsschaden (Valideneinkommen) mit dem Einkommen mit Gesundheitsschaden (Invalideneinkommen) ins Verhältnis gesetzt. Als Erwerbseinkommen gelten dabei mutmassliche jährliche Erwerbseinkommen, die der AHV-Beitragspflicht unterliegen würden.
Die konkrete Formel für diese Methode lautet wie folgt: Invaliditätsgrad = ((Valideneinkommen-Invalideneinkommen)/Valideneinkommen)x 100. Der mit genannter Formel ausgerechnete Invaliditätsgrad wird dabei auf ganze Prozentzahlen auf- oder abgerundet.

Betätigungsvergleich

Bei nichterwerbstätigen versicherten Personen, die in einem Aufgabenbereich tätig sind und für die eine Aufnahme einer Erwerbstätigkeit unzumutbar ist, wird der Invaliditätsgrad nach der Methode des Betätigungsvergleichs berechnet. Dabei wird analysiert, inwiefern die versicherte Person unfähig ist, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen. In den Aufgabenbereich einer nichterwerbstätigen, versicherten Person fallen die üblichen Tätigkeiten im Haushalt, wie zum Beispiel Putzen, Kochen oder auch die Kinderbetreuung, sowie die Pflege und Betreuung von Angehörigen. Weiter bemisst sich die Invalidität einer versicherten Person, die sich in Ausbildung befindet, ebenfalls nach dem Betätigungsvergleich.

Berechnet wird der Invaliditätsgrad gemäss der Methode des Betätigungsvergleichs, indem die prozentualen Einschränkungen der jeweiligen Teile des Aufgabenbereichs bestimmt werden und die Summe der Einschränkungen anschliessend den massgebenden Gesamtinvaliditätsgrad ergeben.

Gemischte Methode

Ist eine versicherte Person nur teilerwerbstätig (nicht 100 %) oder arbeitet sie unentgeltlich im Betrieb ihres Ehegatten mit, kommt die gemischte Methode zur Berechnung des Invaliditätsgrads zur Anwendung. Die gemischte Methode kommt oft bei Frauen zur Anwendung, da viele Frauen Teilzeit arbeiten und zudem den Haushalt führen respektive sich um die Betreuung der Kinder kümmern.
Bei der gemischten Methode wird in einem ersten Schritt festgestellt, zu wie viel Prozent die versicherte Person erwerbstätig und zu wie viel Prozent sie im nichterwerblichen Aufgabenbereich (zum Beispiel Hausarbeit) tätig ist. Anschliessend wird der Invaliditätsgrad im Bereich der Erwerbstätigkeit mit der Methode des Einkommensvergleichs berechnet. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch ihre Teilzeiterwerbstätigkeit erzielen könnte, sofern der Gesundheitsschaden nicht eingetreten wäre (Valideneinkommen), seit 1.1.2018 auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet. Dagegen wird der Invaliditätsgrad im Bereich des Aufgabenbereichs mit der Methode des Betätigungsvergleichs bemessen. Nun müssen die beiden Invaliditätsgrade gemäss dem Teil der Erwerbstätigkeit und dem Teil des Aufgabenbereichs gewichtet werden. Zur Ermittlung des Gesamtinvaliditätsgrads einer teilerwerbstätigen Person werden die gewichteten Invaliditätsgrade addiert.
Ein Beispiel:

Erwerbspensum 60% mit einem Lohn von 30000 Franken. Invalidität im Erwerbsteil: Gesundheitliche Einschränkung 50% arbeitsunfähig.

Valideneinkommen bei 100%

Invalideneinkommen


Erwerbseinbusse

 

Invaliditätsgrad Erwerbstätigkeit

50000 Franken

15000 Franken

35000 Franken

70%

Invalidität im Aufgabenbereich (Haushalt): 40% gemäss Abklärung vor Ort.

 

Invaliditätsgrad Aufgabenbereich (Haushalt)

 

40%

Berechnung Gesamtinvalidität

(70% IV-Grad x 60% Erwerbspensum) + (40% IV-Grad x 40% Tätigkeit im Aufgabenbereich) = 58%, was einer halben Rente entspricht.

Ausserordentliche Methode

Grundsätzlich ist bei selbstständig erwerbenden Personen die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs anwendbar. Ist dies jedoch nicht möglich, weil die beiden Einkommen nicht zuverlässig ermittelt werden können, kommt die ausserordentliche Methode zur Anwendung.

Dabei wird zuerst ein Betätigungsvergleich angestellt und anschliessend werden die jeweiligen Tätigkeiten erwerblich mit einem branchenüblichen Lohnansatz gewichtet. So können die Einkommen festgestellt werden und schliesslich der Invaliditätsgrad mittels einem Einkommensvergleich berechnet werden.

 

Fragen und antworten

Mittels dem Invaliditätsgrad wird bestimmt, inwiefern eine versicherte Person überhaupt Anspruch auf eine Invalidenrente hat und, falls sie einen Anspruch hat, wie hoch die Invalidenrente sein wird.

Ja, die Höhe der Invalidenrente bemisst sich nach dem Invaliditätsgrad. Bei einem Invaliditätsgrad von 40 % gibt es eine Viertelsrente, bei mindestens 50 % eine halbe Rente, bei mindestens 60 % eine Dreiviertelsrente und bei mindestens 70 % eine ganze Rente.

Nein. Hat eine versicherte Person einen Invaliditätsgrad von unter 40%, hat sie keinen Anspruch auf eine Invalidenrente.

Ja. Verändert sich der Invaliditätsgrad, wird die Invalidenrente entsprechend dem Invaliditätsgrad angepasst.

Grundlagen

Gesetze

Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
Art. 16 - Grad der Invalidität
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung
Art. 28 - Grundsatz
Art. 28a - Bemessung der Invalidität

Verordnungen

Verordnung über die Invalidenversicherung
Art. 25 - Grundlagen
Art. 26 - Versicherte ohne Ausbildung
Art. 26bis bis - </b>In Ausbildung begriffene Versicherte
Art. 27 - Aufgabenbereich von im Haushalt tätigen Versicherten und von Angehörigen einer klösterlichen Gemeinschaft
Art. 27bis bis - </b>Teilerwerbstätige und Versicherte, die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten

Rechtsprechungen

BGE 131 V 51

Fallen sportliche Aktivitäten in den Aufgabenbereich?

Gemäss vorliegendem Urteil fallen sportliche Tätigkeiten nicht in den durch die Verordnung umschrieben Aufgabenbereich. Wird somit das Arbeitspensum reduziert, um mehr Zeit den sportlichen Aktivitäten widmen zu können, wird der Invaliditätsgrad nicht nach der gemischten Methode für teilzeiterwerbstätige Personen, sondern nach dem Einkommensvergleich bemessen.

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