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Arbeitsunfähigkeit

Die Arbeitsunfähigkeit steht im Zusammenhang mit den Begriffen der Erwerbsunfähigkeit und der Invalidität. Liegt eine Arbeitsunfähigkeit vor, so kann diese Leistungsansprüche in der Invalidenversicherung, beruflichen Vorsorge, Krankenversicherung, Unfallversicherung, Arbeitslosenversicherung und in der Militärversicherung auslösen.

Art. 6 und Art. 7 ATSG.
Art. 336c Abs. 1 lit. b OR.
Art. 336c Abs. 1 Satz 1 OR.
Vgl. hierzu Swiss Insurance Medicine (SIM): Arbeitsunfähigkeit – Leitlinie zur Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit nach Unfall und bei Krankheit, einsehbar unter: «https://bit.ly/3gBwpKp» (zuletzt abgerufen am 02. Januar 2021).
Vgl. Frey, Félix; Mosimann, Hans-Jakob; Bollinger, Susanne: Art. 6 ATSG N 5, in: Frey, Félix; Mosimann, Hans-Jakob; Bollinger, Susanne (Hrsg.): KVG/UVG Kommentar, Zürich 2018.
Art. 6 Satz 2 ATSG.
Vgl. Frey, Félix; Mosimann, Hans-Jakob; Bollinger, Susanne: Art. 6 ATSG N 5, in: Frey, Félix; Mosimann, Hans-Jakob; Bollinger, Susanne (Hrsg.): KVG/UVG Kommentar, Zürich 2018.
Vgl. zum Ganzen Baumgartner, Markus; Rudolph, Roger: Empfehlungen für die Praxis – Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit anspruchsvoller Routinevorgang, Schweiz Ärztezeitung, 2018, einsehbar unter: «https://bit.ly/37Ie7mx» (zuletzt abgerufen am 02. Januar 2021).
Vgl. zu den Beispielen, Ueli Kieser: Art. 6 ATSG N 12, in: Ueli Kieser (Hrsg.): Kommentar zum ATSG, 4. Aufl., Zürich 2020; Baumgartner, Markus; Rudolph, Roger: Empfehlungen für die Praxis – Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit anspruchsvoller Routinevorgang, Schweiz Ärztezeitung, 2018, einsehbar unter: «https://bit.ly/37Ie7mx» (zuletzt abgerufen am 02. Januar 2021).
Ausführlicher in Ueli Kieser: Art. 6 ATSG N 108 ff., in: Ueli Kieser (Hrsg.): Kommentar zum ATSG, 4. Aufl., Zürich 2020.

Begriff

Arbeitsunfähig ist jemand, der bedingt, voll oder teilweise unfähig ist, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Die Gründe liegen in der Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit. Diese können auf eine Krankheit oder Unfall zurückgehen. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt. Von der versicherten Person kann «vernünftigerweise» verlangt werden, dass sie die verbliebene Arbeitsfähigkeit in einem anderen Berufszweig verwertet.

Grad der Arbeitsunfähigkeit

Für die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit ist das Vorliegen einer Funktionsstörung in Bezug auf die bisher ausgeübte Tätigkeit relevant. Das bedeutet, dass nicht die Diagnose im Vordergrund steht, sondern die Funktionseinschränkung (z.B. Konzentrationsstörung im Rahmen einer depressiven Episode). Die Funktionseinschränkung wird nicht isoliert betrachtet, sondern in Bezug auf ein Anforderungsprofil, nämlich die Anforderungen der bisher ausgeübten Tätigkeit (z.B. als Sekretärin). Aus diesem Grund muss die Ärztin oder der Arzt Kenntnis von der bisherigen Tätigkeit haben.

Keine Anwendungsfälle

Nicht zu einer Arbeitsunfähigkeit führen:

  • rein präventive Behandlungen,
  • kosmetische Operationen,
  • gelegentliches Unwohlsein,
  • natürliche Körperprozesse (Schwangerschaft, physiologische Alterung, Trauerreaktion, vorübergehende depressive Verstimmung),
  • mangelnde Motivation,
  • belastendes Arbeitsumfeld ohne psychiatrische Diagnose,
  • berufliche Unzufriedenheit,
  • Kuren oder Training als präventive Massnahmen.

Auswirkungen auf die Sozialversicherungszweige

Weder die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV), Ergänzungsleistung (EL), Erwerbsersatzordnung (EO) und Familienzulagen (FL) beziehen sich auf die Arbeitsunfähigkeit. In der Invalidenversicherung (IV), Krankenversicherung (KV), Unfallversicherung (UV), Militärversicherung (MV) und Arbeitslosenversicherung (ALV) kommt der Arbeitsunfähigkeit Bedeutung zu.

Fragen und antworten

Arbeitsunfähig ist, wer aufgrund des Gesundheitsschadens im bisherigen Beruf oder im bisherigen Aufgabenbereich nicht mehr tätig sein kann. Demgegenüber ist erwerbsunfähig, wer aufgrund des Gesundheitsschadens auf dem gesamten in Betracht kommenden Arbeitsmarkt keine Erwerbsarbeit mehr ausüben kann. Die Arbeitsunfähigkeit wird vom Arzt festgestellt. Die Erwerbsunfähigkeit wird hingegen von Gesetzes wegen bzw. vom betreffenden Sozialversicherer (in der Regel von der Invalidenversicherung) festgestellt.

Nein. Der Arbeitgeber darf den Arbeitnehmer bzw. die Arbeitnehmerin infolge Krankheit während dieser Zeit nicht kündigen. Im ersten Dienstjahr während 30 Tagen, ab dem zweiten bis und mit dem fünften Dienstjahr während 90 Tagen und ab dem sechsten Dienstjahr während 180 Tagen. Eine Kündigung während dieser festgesetzten Sperrfrist ist nichtig. Keinen Kündigungsschutz hat der Arbeitnehmer bzw. die Arbeitnehmerin während der Probezeit.

  • Wirtschaftslage,
  • Situation am Arbeitsmarkt,
  • soziokulturelle Faktoren,
  • Bildungsstand,
  • Sprache,
  • Ethnie,
  • Religion,
  • Alter,
  • Motivation,
  • Stellenlosigkeit,
  • familiäre Verhältnisse,
  • Aggravation, d.h. Übertreibung von Krankheitserscheinungen.

  • Alter der versicherten Person,
  • Art und Dauer ihrer bisherigen Berufstätigkeit, deren selbstständige oder unselbstständige Ausübung,
  • die mit einer beruflichen Neueingliederung verbundene Veränderung der sozialen Stellung der versicherten Person,
  • ihre persönlichen und familiären Verhältnisse,
  • grössere oder geringere Flexibilität hinsichtlich ihres Wohn- oder Arbeitsorts.

Grundlagen

Gesetze

Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
Art. 6 - Arbeitsunfähigkeit

Rechtsprechungen

BGE 114 V 281

Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen

Arbeitsunfähigkeit bedeutet Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf.

BGE 134 V 20

Die zumutbare Tätigkeit

Die Tätigkeit, auf die abgestellt werden soll, ist unter Berücksichtigung der Arbeitsmarktlage und gegebenenfalls nach einer bestimmten Anpassungszeit nach der beruflichen Tätigkeit zu beurteilen, die die versicherte Person bei gutem Willen ausüben könnte.

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